Schwangerschaftsgymnastik zurück


Definition

Ziel der Schwangerschaftsgymnastik ist es, während der Schwangerschaft mobil zu bleiben, Beschwerden zu lindern oder ihnen vorzubeugen und sich auf die Geburt vorzubereiten. Erreicht wird dies durch eine abwechslungsreiche Mischung aus Kraft-, Dehn-, Atem- und Entspannungsübungen.

Herkunft

Erste Kurse zur Vorbereitung auf die Geburt gab es in Basel und Zürich bereits ab 1942. Eine Ausbildung für entsprechende Kursleiter bot 1954 die Fachgruppe Körperschulung für die werdende Mutter zum ersten Mal an. Später wurden verschiedene Fachverbände zur Geburtsvorbereitung gegründet, die heute unter dem Dach des Schweizer Berufsverbands für Gesundheit und Bewegung (BGB) vereint sind. Inzwischen bietet nahezu jede Klinik mit einer Abteilung für Geburtshilfe auch geburtsvorbereitende Kurse an. Dazu kommen zahlreiche weitere Kursangebote von Hebammen, Physiotherapeuten, etc. Während in klassischen Geburtsvorbereitungskursen vorwiegend allgemeines Wissen zu Schwangerschaft und Geburt vermittelt wird, geht es in Kursen für Schwangerschaftsgymnastik speziell um körperliche Übungen, die werdende Mütter zur Unterstützung während der Schwangerschaft und zur Vorbereitung auf die Geburt durchführen können.

Grundlagen

Schwangerschaftsgymnastik dient neben der Förderung der Beweglichkeit in erster Linie zur Entlastung während der Schwangerschaft und zur Vorbereitung auf die Geburt. Dabei stehen gezielte körperliche Übungen im Vordergrund. Diese können dabei helfen, Schwangerschaftsbeschwerden vorzubeugen oder sie zu lindern. So kann die Gymnastik zum Beispiel dazu beitragen, die durch den wachsenden Bauch veränderte Körperhaltung zu verbessern, den Rücken zu entlasten und möglichen Rückenschmerzen vorzubeugen. Durch die Übungen können Verspannungen gelöst und Wassereinlagerungen sowie die Ausbildung von Krampfadern verringert werden. Kreislauf und Stoffwechsel werden in Schwung gebracht, Müdigkeit und Schlappheit vertrieben. Spätfolgen der Schwangerschaft, wie eine Senkung der Gebärmutter oder ein Auseinanderweichen der Bauchmuskulatur lassen sich durch die Gymnastik vermindern oder ganz vermeiden. Die Übungen konzentrieren sich besonders auf die Muskelgruppen, die während der Schwangerschaft besonders belastet oder zur Geburt benötigt werden. Ausserdem erhalten die werdenden Mütter viele Tipps und Informationen rund um Schwangerschaft und Geburt und können dadurch diesem Ereignis gut vorbereitet entgegensehen.

Verwendete Technik

Bei der Schwangerschaftsgymnastik werden in der Regel sehr einfache, aber dennoch effektive Übungen durchgeführt. Schwerpunkte sind dabei die Förderung der Körper- und besonders der Beckenbodenwahrnehmung sowie die Kräftigung der Beckenboden- und Unterleibsmuskulatur. Zur Vorbeugung von Rückenschmerzen werden die Rücken- und Bauchmuskeln trainiert und Tipps zu einem rückengerechten Verhalten im Alltag gegeben. Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich können durch Lockerungsübungen gelöst werden. Spezielle Entstauungsübungen helfen, den venösen Rückfluss zu verbessern und Wassereinlagerungen zu vermindern. Auch verschiedene Atemtechniken sowie das An- und Entspannen in unterschiedlichen Positionen werden in den Kursen geübt. Wohltuende Entspannungsübungen und Massagen runden das Programm ab. Je nach Vorbildung der Kursleiterin können auch Übungen anderer Entspannungs- und Bewegungstechniken (zum Beispiel Pilates, Yoga oder Qi Gong) eingesetzt werden.


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