Spiraldynamik® zurück


Definition

Spiraldynamik® ist ein dreidimensionales Bewegungs- und Therapiekonzept, das einerseits den Körperaufbau beschreibt und andererseits eine Anleitung gibt, wie der Körper gesund bewegt werden kann. Das richtige Bewegungsverhalten kann in verschiedenen Beweglichkeits- und Krafttrainingskursen erlernt werden.

Herkunft

Das Konzept der Spiraldynamik beruht auf den Ergebnissen einer 1981 gegründeten Forschungsgruppe mit Teilnehmern aus Physiotherapie, Humanmedizin, Yoga sowie Sport- und Tanzwissenschaften. Initiatoren waren der Arzt Christian Larsen und die Physiotherapeutin Yolande Deswarte. Die Forschungsgemeinschaft ging der Frage nach, was der Unterschied zwischen richtigem und falschem Bewegungsverhalten ist und versuchte, die Anatomie des Menschen in einem Gesamtzusammenhang zu verstehen. Zu diesem Zweck wurden Beobachtungsstudien an Kindern, Balletttänzern, Neugeborenen sowie Spitzensportlern durchgeführt. Das Resultat war die Entdeckung der menschlichen Bewegungsintelligenz; die Anatomie des Menschen verstand man als dreidimensionales Ganzes.

Grundlagen

Das Basiselement, auf dem das Konzept der Spiraldynamik aufbaut, ist die Spirale. Eine Spirale ist ein geometrisches Objekt, das gleichzeitig volle Beweglichkeit und maximale Stabilität bietet.

Aus diesem Grund kommt die Spiralform in der Natur häufig als Baugerüst vor: Das bekannteste Beispiel ist die DNA-Doppelhelix. Schneckenhäuser belegen die Vorteile dieser Struktur ebenso wie Pflanzen, die windend nach oben wachsen und damit stabiler werden. Grosse Kraft geht auch von Wasserstrudeln oder Wirbelwinden aus. Weitere Beispiele für Spiralformen in der Natur sind Haare, Grashalme oder die Anordnung der Muskeln bei Fischen.

Auch in der menschlichen Anatomie finden sich viele spiralförmige Strukturen und viele Bewegungen folgen diesem Prinzip. Beim Bein insgesamt sind Knochen, Bänder und Muskeln spiralförmig verschraubt, wodurch auch unter grosser Belastung Stabilität gewährleistet ist. Auch der grösste Teil der Muskulatur von Bauch, Rücken und Brustkorb ist schräg bis diagonal angeordnet.

Eine Spiralbewegung ist dreidimensional, wobei die drei Dimensionen folgende sind: 1. Drehung und Gegendrehung, 2. C-Bogen, 3. S-Bogen. Unter der ersten Dimension versteht man das gegensinnige Drehen von zwei Polen wie beispielsweise Vor- und Rückfuss. Ein C-Bogen bildet sich durch das spiegelsymmetrische Einrollen zweier Pole, während ein S-Bogen durch die achsensymmetrische Bewegung von zwei Polen entsteht.

Mit dem Konzept der Spiraldynamik können dreidimensionale Bewegungsabläufe erfasst und Beschwerden analysiert werden: Ist die Drehrichtung in einem Gelenk falsch oder die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, so hat dies Verspannungen und Abnützungserscheinungen zur Folge. Eine falsche Belastung des Fusses beispielsweise löst Senk-, Spreiz- und Knickfüsse aus und kann in der Folge negative Auswirkungen auf die Wirbelsäule sowie Knie- und Hüftgelenke haben. Ein weiteres Beispiel ist der Nacken: Wird der Kopf nicht aufrecht, sondern geknickt nach vorne geschoben, so hat dies muskuläre Verspannungen und Kopfschmerzen zur Folge. Solche falschen Bewegungsmuster treten sowohl bei Spitzen- und Freizeitsportlern als auch im Alltag auf.

Bei der Spiraldynamik geht es darum, solche falschen Bewegungsmuster aufzulösen. Die Kursteilnehmer sollen lernen, wie ihr Körper funktioniert und wie sie diesen richtig bewegen, um Beschwerden und Abnützung vorzubeugen. Das Ziel ist die Wiederentdeckung der menschlichen Bewegungsintelligenz.

Verwendete Technik

Die Spiraldynamik wird in Form von Tages- oder Trainingskursen angeboten. Dabei werden jeweils bestimmte Körperbereiche oder Bewegungsabläufe thematisiert.

In den Tageskursen werden individuelle Beschwerden bzw. Bewegungsverhalten analysiert, Wissen über anatomische Zusammenhänge und Funktionsweise des Körpers vermittelt und Spiraldynamik-Übungen durchgeführt. Zur Entspannung des Kiefers beispielsweise soll versucht werden, die Kiefermuskeln zu entspannen und den Ober- und Unterkiefer einzig mit der Kraft des Daumens zu öffnen. Wenn sich der Muskel einschalten will, wird entspannt und danach wieder nur mit Daumenkraft fortgefahren. Die Kursteilnehmer erhalten zudem Anleitungen für korrekte Bewegungsmuster und deren Umsetzung im Alltag. Bei der Spiraldynamik stehen immer individuelle Lösungsansätze im Vordergrund. Deshalb gibt es eine gewisse Methodenfreiheit im Hinblick auf die praktische Durchführung der Übungen.

Neben den Tageskursen gibt es verschiedene Trainingkurse, in denen es darum geht, die Prinzipien der Spiraldynamik umzusetzen und zu vertiefen: In Walking- und Jogging-Kursen werden anatomisch korrekte Bewegungen erlernt und angewandt, im Yoga-Kurs können die verschiedenen Körperhaltungen des Yoga mit Hilfe der Spiraldynamik verbessert werden.

Zusätzlich gibt es spezielle dreidimensionale Kurse:

- Im Training 3D-Koordination werden Bewegungsfluss und Körperwahrnehmung geschult und das Verständnis für eine zweckmässige Koordination des ganzen Körpers verbessert.

- Im 3D-Krafttraining werden Beweglichkeit und Kraft für Sport und Alltag geschult sowie das entsprechende Anatomie-Wissen vertieft. Die Übungen sind den individuellen Möglichkeiten der Teilnehmer angepasst. Speziell wird dabei auf eine gute Körperhaltung während des Trainings geachtet sowie auf einen gut dosierten Krafteinsatz.

- Im 3D-Stretching werden Beweglichkeit und Stabilität weiterentwickelt und die Stretching-Übungen auf das jeweilige Individuum ausgerichtet. Dies bedeutet, dass beispielsweise analysiert wird, welche Muskeln eher zu Verkürzungen und welche eher zu Überdehnungen tendieren. 3D-Stretching beinhaltet neben den Spiraldynamik-Prinzipien Techniken und Erkenntnisse verschiedenster Disziplinen wie Ballett oder Yoga.

Neben dem Besuch von Tageskursen und Trainingsgruppen besteht die Möglichkeit, sich an einem der Spiraldynamik Med Center von einem Arzt untersuchen zu lassen. Dieser erstellt dann eine geeignete Therapiestrategie. Als Erstes besucht der Patient einen der oben erwähnten Tageskurse. Erst danach folgt die eigentliche Therapie, die aus Physio- sowie Spiraldynamik-Therapie besteht. Als nächster Schritt wird alles Erlernte in einem Training vertieft, abschliessend werden in einem Check-up die Resultate geprüft und, falls nötig, weitere Schritte vereinbart. Eines der Ziele des ganzen Prozesses ist es, Operationen wenn möglich vermeiden zu können.


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