Diabetes-Beratung zurück


Definition

In einer Diabetes-Beratung erweitern Diabetiker (Typ 1 oder Typ 2) ihr Wissen über Ernährung und Bewegung in Zusammenhang mit Diabetes. Das Beratungsteam setzt sich meistens aus einem Arzt, einem diplomierten Ernährungsberater und Diabetesfachberater sowie aus Sportfachpersonen zusammen.

Herkunft

Diabetes-Beratungen werden vor allem in Spitälern, Kliniken und von der Schweizerischen Diabetes-Gesellschaft (SDG-ASD) angeboten. Die Diabetes-Gesellschaft ist ein Zusammenschluss von Diabetesfachberatern und Ernährungsberatern. Die Gesellschaft wurde 1957 gegründet mit dem Ziel, die Lage der Diabetiker in der Schweiz zu verbessern. Heute zählen die 19 regionalen Diabetes-Gesellschaften rund 22'000 Mitglieder. Zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED), der Schweizerischen Diabetes-Stiftung, eines Expertenbeirats und der Interessengruppe für Diabetesfachberatung (SIDB) unterstützt und begleitet die Diabetes-Gesellschaft Personen mit Diabetes in der ganzen Schweiz.

Grundlagen

Diabetes mellitus, auch bekannt als Zuckerkrankheit, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die sich in einem erhöhten Blutzuckerspiegel äussert. In der Schweiz leiden ungefähr 500000 Menschen an Diabetes, davon sind rund 40000 Typ-1-Diabetiker. Die Mehrzahl der Diabetiker erkrankt an Diabetes Typ 2. Diabetes kann auch durch Infektionen, Medikamente etc. verursacht werden (Diabetes Typ 3) oder er tritt erstmals während einer Schwangerschaft auf und wird dann als Gestationsdiabetes oder Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet (Diabetes Typ 4). Diabetes entsteht durch einen absoluten Mangel an Insulin (Diabetes Typ 1) oder durch eine verminderte Wirkung des Insulins (Diabetes Typ 2). Insulin ist ein Hormon, das von den Betazellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und massgeblich an der Regulierung des Blutzuckerspiegels beteiligt ist. Insulin ist wie ein Schlüssel, der bewirkt, dass sich die Zellen für die Aufnahme von Zucker öffnen. In den Zellen wird der Zucker in Energie für den Körper umgewandelt. Beim Gesunden produziert der Körper immer gerade so viel Insulin, wie er braucht, um den Blutzuckerspiegel im Blut auf einem normalen Niveau zu halten. Beim Diabetes-Kranken ist das Zusammenspiel zwischen Blutzucker und Insulin gestört. Während sich ein Typ-1-Diabetes meist mit deutlichen Symptomen bemerkbar macht, haben Typ-2-Diabetiker oft jahrelang keine eindeutigen Symptome und die Krankheit wird oft nur durch Zufall von einem Arzt bemerkt. Typische Symptome sind Durst, Gewichtsverlust, Juckreiz und Müdigkeit. Unbehandelt kommt es zu einem erhöhten Blutzucker-Spiegel, der dem Körper erheblich schadet. Langfristig werden dadurch vor allem die Blutgefässe, die Nieren, Füsse und Augen in Mitleidenschaft gezogen. Dies kann zu Herzinfarkten, Schlaganfällen, Nierenversagen, Fussamputationen und Blindheit führen.

Aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung, der heutigen Lebensgewohnheiten und mangelnder körperlicher Bewegung steigt die Zahl der Diabeteserkrankungen laufend an. Um Folgeerkrankungen und Komplikationen zu vermeiden, lernen Diabetiker in einer Diabetes-Beratung den richtigen Umgang mit der Krankheit und erweitern ihr Wissen über Ernährung und Sport in Zusammenhang mit Diabetes. Bei spezifischen Bewegungsangeboten, wie beispielsweise bei den DIAfit-Gruppen wird mittels verschiedener Bewegungs- und Sportarten Ausdauer, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination oder Kraft trainiert.

Verwendete Technik

Diabetes-Patienten haben Anspruch auf eine eingehende Information, Schulung und Beratung durch diplomierte Pflegefachpersonen mit Zusatzausbildung in Diabetesfachpflege und diplomierten Ernährungsberatern. Die Diabetesfachpersonen vermitteln das Grundwissen über die Krankheit und über die Behandlungsmöglichkeiten. Die Patienten werden sowohl über die Wahl von Injektionshilfen und Injektionstechniken als auch über die tägliche Fusspflege instruiert und beraten. Des Weiteren bekommen Diabetes-Patienten Informationen über Gefahren der Stoffwechselentgleisungen und deren Verhütung respektive Behandlung. Zudem wird versucht, eine möglichst schnelle Integration der Krankheit in den (Arbeits-) Alltag zu gewährleisten. In Krisensituationen und schwierigen Phasen der Krankheitsbewältigung stehen die Fachpersonen jederzeit zur Seite und bieten auch Hilfe zur Selbsthilfe in Ausnahmesituationen wie Sport, Reisen, Autofahren, u.a. Die Ernährungsberater informieren über diabetesgerechte Ernährung und erarbeiten mit den Betroffenen einen individuellen Ernährungsplan unter Berücksichtigung der Ernährungsgewohnheiten. Ebenso bieten sie Hilfestellung für die Umsetzung im Alltag und besprechen spezielle Situationen wie Wanderungen, Restaurantbesuche oder Einladungen.

Im Anschluss an die Erstberatung (Rehabilitationsprogramm) haben Diabetespatienten die Möglichkeit, sich einer DIAfit-Gruppe anzuschliessen. Das Projekt DIAfit steht unter dem Patronat der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie SGED und wird von der Schweizerischen Diabetes-Gesellschaft SDG unterstützt. DIAfit bietet ein- bis dreimal pro Woche Bewegungs- und Sportlektionen in Kleingruppen an. Die Bewegungseinheiten können beispielsweise in Turnhallen, Fitnesscentern, im Hallenbad oder im Freien stattfinden und richten sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmer. Die einzelnen Gruppen stehen jeweils unter der Aufsicht eines geschulten DIAfit-Gruppenleiters und werden von einem DIAfit-Therapeuten betreut. Es werden auch regelmässig Informationsabende zum Thema Diabetes durchgeführt.

Die Novo Nordisk Pharma AG bietet Diabetes-Instruktionswochen an. Zusammen mit Ärzten und Diabetesberatern werden die Grundlagen des Diabetes und der Diabetesbehandlung wiederholt und vertieft. Die Teilnehmer erhalten ausserdem praktische Tipps zum täglichen Umgang mit Diabetes und erfahren mehr über die Prävention von Spätkomplikationen. Gleichzeitig lernen sie, welche Faktoren das Blutzuckerverhalten bei und nach körperlicher Betätigung beeinflussen und wie sie Bewegung und Sport im Alltag integrieren können. Für Diabetiker, die an solch einer Instruktionswoche teilgenommen haben, bietet Novo Nordisk zusätzlich sogenannte Winterwochen an wie zum Beispiel Ski alpin, Skilanglauf oder Curling.


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