Körpertraining bei Lungenkrankheit zurück


Definition

Körpertraining bei Lungenkrankheit soll Menschen mit Lungenerkrankungen zu körperlicher Bewegung motivieren und ihnen helfen, mit ihrer Krankheit umzugehen, ihre Leistungsfähigkeit zu stärken und ihre Selbstständigkeit zu erhalten.

Herkunft

Lange Zeit dachte man, Menschen mit Erkrankungen der Lunge sollten sich körperlich schonen und möglichst wenig Sport treiben. Mittlerweile gilt diese Ansicht als veraltet: Bewegt man sich, zum Beispiel aus Angst vor einer Atemnot sehr wenig, so verkümmert die Muskulatur und die Leistungsfähigkeit nimmt stetig ab. Mit einem Trainingsprogramm, das speziell auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten ist, möchte man Menschen mit Lungenerkrankungen vor dieser Abwärtsspirale bewahren. Die Körpertrainings werden zum Beispiel von Rehabilitationskliniken, ambulanten Rehabilitationszentren sowie der Lungenliga Schweiz angeboten.

Grundlagen

Die Angst vor Atemnot ist für viele Patienten mit Lungenerkrankungen ein Grund, körperliche Belastungen zu vermeiden. Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass dieses Verhalten dem allgemeinen Gesundheitszustand nicht zuträglich ist. Regelmässiges körperliches Training verbessert die Ausdauer, stärkt die Muskulatur und fördert Beweglichkeit und Koordination. Die Patienten sind dadurch körperlichen Belastungen besser gewachsen und werden mobiler. Sie können ihre Selbstständigkeit leichter aufrechterhalten und gewinnen an Lebensqualität. Das Erlernen verschiedener Atemtechniken kann dabei helfen, das Atmen zu erleichtern und Zustände von Atemnot zu verhindern. Beim Training in der Gruppe bietet sich ausserdem Gelegenheit zum Austausch mit anderen Betroffenen. Soziale Kontakte können unter anderem dazu beitragen, mit der Krankheit besser umzugehen, Lebensgewohnheiten zu ändern oder die Trainingsmotivation zu steigern.

Verwendete Technik

Je nach Angebot können die Kurse verschiedene Elemente beinhalten: In einem kurzen Theorieteil können die Kursleiter aktuelle erkrankungsspezifische Themen erklären und mit den Teilnehmern besprechen. Sie können Tipps zum Umgang mit der Erkrankung geben und spezielle Techniken zur Erleichterung des Atmens oder zum Abhusten von Schleim vermitteln. Durch verschiedene Übungen mit und ohne Geräte oder durch Spiele werden die koordinativen Fähigkeiten und die Kraft der Teilnehmer verbessert, Dehn- und Drehübungen fördern die Beweglichkeit. Die Verknüpfung von Atem- und Bewegungstechniken mit Alltagstätigkeiten hilft den Teilnehmern, das Erlernte im Alltag korrekt anzuwenden. Die Ausdauer kann zum Beispiel durch Gehen, Walking, durch Treppenübungen oder im Spiel verbessert werden. Verschiedene Gruppen trainieren bei geeignetem Wetter im Freien und treffen sich zum Walking in der Natur. Auch hier wird versucht, die krankheitsspezifischen Techniken gleichzeitig anzuwenden und einzuüben und die Patienten so für den Alltag zu stärken. Die Teilnehmer lernen ausserdem, ihren körperlichen Zustand besser einzuschätzen und ihre Kräfte zu dosieren. Entspannungsübungen sorgen für einen Ausgleich nach dem Training.


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